Mechaniker Robin und Entwicklerin Charlotte lassen die Wasserwand nach der Idee von Ned Kahn im TECHNORAMA 2050 Realität werden. Der erste Prototyp steht bereits jetzt für diverse Tests in der hauseigenen Werkstatt.
In der neuen Piazza des TECHNORAMA 2050 wird man ihr kaum entgehen können: Eine zehn Meter hohe Wasserwand soll der markante Blickfang des Raumes werden. Was heute noch als Prototyp im kleineren Massstab getestet wird, ist im neuen Technorama ab 2030 eines der grössten Indoorexponate.
Für die Entwicklung verantwortlich ist unter anderem Charlotte Rummel aus dem Team Entwicklung und Didaktik. Sie arbeitet an neuen Exponaten und begleitet auch dieses Grossprojekt von den ersten Versuchen bis zur Realisierung.
Von der Idee zur Zusammenarbeit
Die ursprüngliche Idee stammt von Ned Kahn, dem Künstler hinter dem bereits bestehenden Wind Veil, der die Fassade des Technorama schmückt. Seine Installationen machen Naturphänomene sichtbar – Luft, Strömung, Bewegung. Die Wasserwand knüpft genau daran an.
«Ned Kahn hatte die Idee für diesen Wasserfall, und wir entwickeln diese Idee jetzt gemeinsam weiter», erklärt Charlotte. Das Ziel: Eine Fläche aus beweglichen Elementen, über die Wasser kontinuierlich nach unten fliesst – das Wasser wird dann unten aufgefangen und wieder nach oben gepumpt.
Was im Modell nur knappe zwei Meter misst, wird später zehn Meter hoch sein und statt einiger hundert beweglicher Plättchen werden es circa 15’000 sein. Nach ersten Ideen und einem Konzept beginnt am Prototyp für Charlotte und das Werkstatt-Team die eigentliche Entwicklungsarbeit.
«An dem Projekt fasziniert mich, dass wir hier Kunst, Technik und Didaktik verbinden. Es ist nicht einfach nur ein schöner Wasserfall. Es ist ein System, das Strömung, Materialeigenschaften, Licht und Mechanik sichtbar macht.»


Prototyp als Experimentierfeld
Der aktuelle Prototyp dient vor allem dazu, Antworten zu finden. Wie lassen sich tausende einzelne Plättchen effizient produzieren? Welche Materialien eignen sich? Und wie verändern unterschiedliche Hintergründe und unterschiedliches Licht die Wirkung?
Besonders herausfordernd, so erklärt Charlotte, gestalte sich die Konstruktion der einzelnen Plättchen. Sie müssten sich auf der einen Seite frei bewegen können, dürften aber nicht klappern oder blockieren. Kleine Details, zum Beispiel ein leicht angeschrägter Schlitz oder eine schmale Auflagekante, entscheiden darüber, ob die Elemente ruhig schwingen oder störende Geräusche entstehen.
«Wir haben beim Prototyping gemerkt, wie komplex das ist. Die einzelnen Schlitze mussten zum Beispiel von unserer Werkstatt von Hand nachgefeilt werden. Das funktioniert vielleicht bei ein paar hundert – aber nicht mehr bei 15’000», sagt Charlotte lachend.
«Die Skalierung ist aktuell die grösste Herausforderung. Im Kleinen funktioniert vieles – aber wenn wir es sechsmal so gross und mit zehntausenden Elementen bauen, wird jedes Detail entscheidend. Genau das macht es aber auch so spannend.»
Steuerung und Gestaltung
Die Wasserwand soll jedoch nicht einfach konstant gleichmässig fliessen: Geplant ist ein System, bei dem verschiedene Bereiche der Wand einzeln angesteuert werden können; allenfalls auch interaktiv von den Gästen selbst. So könnten Wellen über die Fläche wandern, Muster entstehen oder unterschiedliche Wassermengen verschiedene Stimmungen erzeugen. «Wir wissen noch nicht genau, wie interaktiv es schlussendlich wird», erklärt Charlotte. «Aber wir wollen auf jeden Fall die Möglichkeit haben, verschiedene Szenarien zu erzeugen.»
Licht als Stimmungsmacher
Ein weiterer zentraler Bestandteil der Installation ist das Lichtkonzept. Schon im Prototyp zeigt sich, wie stark Farben die Wahrnehmung verändern. Dunkle Rückwände lassen die Plättchen stärker reflektieren, während der Effekt bei helleren Hintergründen an Wirkung verliert.
Am Prototyp wird darum auch untersucht, wie unterschiedliche Farbtöne die Atmosphäre des Exponats beeinflussen. Tageslicht spielt ebenfalls eine Rolle und stellt zusätzliche Anforderungen an die Planung und Umsetzung.
«Es macht beispielsweise einen riesigen Unterschied, ob wir blaues oder rotes Licht einsetzen», sagt Charlotte. «Damit können wir die Stimmung im Raum gezielt verändern.»
